Naturschutzkriminalität im Landkreis Günzburg: Vier Milane bei Thannhausen vergiftet

Präpariertes Haushuhn nahe Wohngebiet ausgelegt – Giftköder gefährdete auch Menschen und Haustiere

Vergifteter Milan | © UNB Günzburg © UNB Günzburg
Einer der vier tot aufgefundenen Milane - alle wurden vergiftet.

Im schwäbischen Landkreis Günzburg sind vier streng geschützte Greifvögel gezielt vergiftet worden. Mitte Juli fand ein Naturschutzwächter auf einer Wiese bei Thannhausen zwei tote Rotmilane und zwei tote Schwarzmilane. Direkt neben ihnen lag ein präpariertes Haushuhn. Untersuchungen haben inzwischen bestätigt, dass es das hochgiftige Insektizid Carbofuran enthielt. „Vier vergiftete Milane und ein hochgefährlicher Giftköder nahe einem Wohngebiet zeigen, wie skrupellos die Täter vorgehen“, sagt Christoph Bauer, der das Projekt „Tatort Natur“ betreut. Da der Täter den Köder nahe einer Siedlung ausgelegt hatte, bestand auch eine Gefahr für Menschen und Haustiere.

Ein Naturschutzwächter des Landkreises entdeckte die vier Kadaver Mitte Juli und meldete den Fund über die Plattform „Tatort Natur“. Die Lage vor Ort ließ ihn sofort vermuten, dass die Tiere vergiftet worden waren: Neben den Greifvögeln lag ein totes Haushuhn, von dem sie offenbar gefressen hatten. Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit untersuchte die Kadaver und schloss andere Todesursachen aus. Eine weitere Untersuchung am Institut für Rechtsmedizin der Ludwig-Maximilians-Universität München bestätigte schließlich, dass Carbofuran die Tiere getötet hatte.

Toter Milan und Haushuhn | © UNB Günzburg © UNB Günzburg
Der tote Milan und das Haushuhn wurden in der Nähe eines Wohngebiets gefunden.

Das hochgiftige Insektizid ist in der Europäischen Union seit fast 20 Jahren verboten und kann bereits bei Hautkontakt zu schweren Verletzungen führen. „Wer Greifvögel vergiftet, begeht kein Kavaliersdelikt, sondern eine schwere Straftat. In diesem Fall ist es großes Glück, dass keine Menschen oder Haustiere zu Schaden gekommen sind“, sagt Christoph Bauer vom LBV. Das Landratsamt Günzburg hat den Fall bei der Polizeiinspektion Krumbach angezeigt.  

LBV und Gregor-Louisoder-Umweltstiftung (GLUS) rufen auch in allen anderen Regionen Bayerns dazu auf, mögliche Vergiftungsfälle oder Giftköder an die zuständige Polizeiinspektion und online unter www.tatort-natur.de zu melden. „Dabei ist es wichtig, auf den Selbstschutz zu achten. Die von den Tätern verwendeten Giftstoffe sind auch für Menschen und Haustiere hochgefährlich. Fassen Sie nichts an, was verdächtig erscheint“, warnt Franziska Baur, GLUS-Fachreferentin für Naturschutz.

Weitere Nachrichten

Vergifteter Milan | © UNB Günzburg © UNB Günzburg

von Franziska Back | lbv.de

Naturschutzkriminalität im Landkreis Günzburg: Vier Milane bei Thannhausen vergiftet

Im schwäbischen Landkreis Günzburg sind vier streng geschützte Greifvögel gezielt vergiftet worden. Mitte Juli fand ein Naturschutzwächter auf einer Wiese bei Thannhausen zwei tote Rotmilane und zwei tote Schwarzmilane. Direkt neben ihnen lag ein präpariertes Haushuhn. Untersuchungen haben inzwischen bestätigt, dass es das hochgiftige Insektizid Carbofuran enthielt.

weiterlesen

Habicht im Portrait | © Rosl Rössner © Rosl Rössner

von Kristin Machmer | lbv.de

Schon wieder: Zahlreiche Greifvögel mit Carbofuran vergiftet

Erneut sorgen mehrere Fälle von Naturschutzkriminalität in Bayern für Aufsehen. Darauf weisen der  LBV und die Gregor Louisoder Umweltstiftung (GLUS) hin. Sowohl in Unterfranken als auch in Oberbayern haben in den vergangenen Wochen und Monaten bislang Unbekannte mindestens sieben Vögel mit dem auch für Menschen gefährlichen Insektizid Carbofuran vergiftet.

weiterlesen

Fangnetz Singvögel  | © Bettina Schröfl © Bettina Schröfl

von Franziska Back | lbv.de

Singvogelfänger auf frischer Tat ertappt: Illegale Fanganlagen in Niederbayern entdeckt

Vogelschützer haben gestern in der Gemeinde Ascha (Landkreis Straubing-Bogen) eine illegale Netzfanganlage für Singvögel entdeckt und zusammen mit der Polizei stillgelegt. Dabei handelte es sich um zwei jeweils 15 Meter lange Stellnetze, die auf dem Gelände eines landwirtschaftlichen Betriebes aufgestellt wurden, eines davon mitten auf einer Pferdeweide.

weiterlesen