FAQ

Die häufigsten Fragen & Antworten

Wie kann eine Vergiftung nachgewiesen werden?

Eine Vergiftung kann nur durch Untersuchungen in einem Speziallabor, wie z.B. Ludwig-Maximilians-Universität Abt. Toxikologie und Pharmazie, festgestellt werden.

Was ist das häufigste Gift und wie wirkt dieses?

Carbofuran: ein tödliches Nervengift

  • Der weltweit am häufigsten in Giftködern nachgewiesene Giftstoff
  • Ein Insektizid, welches 2008 in der EU verboten wurde, jedoch noch immer online oder in anderen Ländern erhältlich ist
  • Behält seine Wirksamkeit über Jahrzehnte, Verwendung von Altbeständen sehr wahrscheinlich
  • Für Mensch und Tier hochgefährliches Kontaktgift
  • Folgen: akutes Herz-Kreislauf Versagen
  • Wirkt sehr schnell: Aasfresser liegen meist in Nähe des Köders, oft noch mit Nahrungsresten oder Insekten im/am Schnabel/Maul
Wie lange kann eine Vergiftung mit Carbofuran im Kadaver nachgewiesen werden?

Die Halbwertszeit im Boden ist knappe 2 Wochen. Im Kadaver wesentlich kürzer. Wenn relevante Teile, wie z.B. die Leber, eingefroren wurden, könnten ggf. noch Metaboliten des Giftes auch noch Jahre später nachweisbar sein. Solch nachträgliche toxikologische Untersuchungen halten wir jedoch nicht für zielführend, man kann sie nur noch als weiteres Bsp. für einen anderen aktuellen Fall nutzen.

Sind große Beutegreifer eine Gefahr für Menschen?

Als Beute kommen wir Menschen nicht in Frage. Bären fressen zu einem hohen Prozentsatz vegetarisch: Nüsse, Beeren und andere Pflanzen. Hinzu kommen Aas, Kleintiere und Beutetiere aus opportunistischer Jagd, das heißt: Gelegenheit macht den Jäger.

Anders ist das bei Wolf und Luchs. Beide gehen gezielt auf die Jagd: Wölfe im Rudel (Einzelgänger notgedrungen alleine), Luchse alleine. Hauptnahrung der beiden sind bei uns Rehe.

Die wilden Verwandten von Teddy, Dackel und Stubentiger sind keine Schmusetiere. Sie können den Menschen theoretisch schwer verletzen.

Aggressives Verhalten ist sehr selten; an Nahrung, bei der Jungenaufzucht oder bei Verletzungen ist es aber nicht auszuschließen. Tiere ohne Scheu vor dem Menschen versucht man zu vergrämen (z.B. mit Gummigeschoss), man siedelt sie um oder schießt sie mit Ausnahmegenehmigung. In einigen europäischen Ländern leben Bär, Wolf, Luchs UND Mensch (Slowenien, Italien, Polen) in den gleichen Gebieten.

Übergriffe auf Menschen sind in den letzten 30 Jahren nicht bekannt.

Fehlt den großen Beutegreifern bei uns nicht der geeignete Lebensraum?

Bär, Wolf und Luchs lebten in Mitteleuropa immer auch in vom Menschen besiedelten Gebieten, nicht nur in „Urwäldern“. Diese gibt es ohnehin schon lange nicht mehr bei uns. Ausgestorben sind diese Tiere bei uns nicht, weil ihr Lebensraum verschwunden ist.

Sie wurden gezielt geschossen, gefangen und vergiftet. Dank der Schutzvorschriften wandern die Tiere wieder ein. Sie stellen keine speziellen Ansprüche an ihren Lebensraum.

Natürlich brauchen sie Rückzugsraum insbesondere für die Jungenaufzucht, Nahrung und nicht zuletzt unsere Akzeptanz. Viel befahrene Straßen sind eine Gefahr und auch ein Hindernis bei der Suche nach neuen Revieren und Partnern. Wildtiere kommen auch in die Nähe von Siedlungen – oft bleiben sie unbemerkt.

Wolf, Bär und Luchs können In Deutschland und über die Ländergrenzen hinweg leben – wir müssen sie nur lassen.

Gibt es Probleme für Landwirtschaft und Jagd mit Bär, Wolf und Luchs?

In der Vergangenheit wurden diese Tierarten stark dezimiert oder ausgerottet, um wirtschaftliche Interessen einzelner Bevölkerungsgruppen zu schützen. Wolf, Braunbär und Luchs standen den Jagdinteressen und einer Intensivierung der Viehzucht im Wege. Sie waren auch geachtete Trophäen, für deren Abschuss es teils Belohnungen gab. Damals lag die Verfügungsgewalt über Wildtiere noch bei Grund- und Jagdrechtinhabern.

Dies ist heutzutage anders: die Wildtiere sind Teil unseres nationalen Naturerbes und unterliegen strengen europäischen und nationalen Naturschutzrecht. Ein Abschuss ist nur zulässig, wenn Gefahr für den Menschen besteht.

Für Bär, Wolf und Luchs sind Nutztiere (Jungtiere, Schafe, Kleintiere, Gehege-Wild) eine leichte Beute, wenn diese nicht professionell geschützt werden.

Macht man es ihnen schwer oder unmöglich Nutztiere zu erbeuten, lernen sie diese Futterquelle zu vermeiden. Es gibt einige Maßnahmen: Herdenschutzhunde, Hirten, Elektrozäune etc..

Werden Nutztiere getötet, bekommen die Besitzer eine Entschädigungszahlung. In Bayern sind dafür das Landesamt für Umwelt und der Ausgleichsfond Große Beutegreifer zuständig.

Wenn große Beutegreifer im Gebiet sind müssen sich Viehbesitzer und Jäger umstellen. Vieh kann dann nicht mehr unbewacht eine Sommersaison allein umherstreifen. Beutetiere wie Rehe werden sicherlich vorsichtiger.

Reagieren wir rechtzeitig darauf mit vorbeugenden Maßnahmen (Herdenschutz) und angepasster Jagd, dann ist ein Nebeneinander möglich!

Wohin kann ich mich mit einem Ringfund wenden?

Meldungen eines beringten Vogels tragen wesentlich zum Erfolg so manchen, auch für den Naturschutz wichtigen Forschungsvorhabens bei. Trotzdem herrscht aber dann oft Ratlosigkeit: Wohin sind wenden, wenn man einen Ring oder ein totes Tier mit Ring gefunden hat?

Dafür gibt es eine zentrale Adresse: EURING, die europäische Koordinationsstelle für die wissenschaftliche Vogelberingung.

Für eine Meldung ist zunächst wichtig, ob es sich um einen Wildvogel oder um einen Vogel aus menschlicher Haltung handelt. Das verrät uns die Art der Beringung: Für die Beringung wildlebender Vögel – zum Beispiel für die Untersuchung von Zugwegen – werden Aluminiumringe in verschiedenen Bauformen und Farben verwendet.

Immer ist dort ein eindeutiges Erkennungsmerkmal, neben einer Nummer auch der Name und der Ort der Ausgabestelle eingeprägt, etwa „Vogelwarte Radolfzell Germania“ oder „Zool. Mus. Praha“, für „Zoologisches Museum Prag“.

Die Daten solcher Ringe können Sie in einem Online-Formular direkt eingeben - sie werden automatisch an die Ausgabestelle weitergeleitet. Das gleiche gilt für eine weitere Gruppe von Ringen: Farbige Ringe aus Metall oder Kunststoff, oft mit großen Buchstaben oder Ziffern, ermöglichen Wissenschaftlern, Vögel schon im Feld mit Fernglas oder Spektiv individuell zu erkennen.

Solche Ringe sind immer an einer Stelle offen und unterscheiden sich damit von den Ringen, mit denen Vögel aus Menschenhand – entkommene Käfigvögel oder Brieftauben –gekennzeichnet werden:

Letztere sind immer rundum geschlossen und tragen neben einer Nummer oft noch ein Kürzel für die zentrale Meldestelle für diese Ringe, z.B. „DV“ für den Verband Deutscher Brieftaubenliebhaber. Bei einem Ringfund derart beringter Tiere aus Menschenhand können Sie den Fund zwar nicht bei EURING melden, unter www.ring.ac sind aber zumindest die Kontaktadressen genannt, die hinter diesen Kürzeln stecken und die dann Ihre Mitteilung entgegennehmen.

Mehr über Vogelberingung

Motive der Taten

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