Gesetzliche Lage und Schutzstatus

Der Großteil aller betroffenen Tierarten steht unter strengem (inter-)nationaler Schutz, wie insbesondere

  • EU FFH-Richtlinie 1992 (Nr. 92/43/EWG), Anhang II und IVa
  • § 44 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG, streng geschützte Arten)
  • z.T. im Jagdgesetz mit ganzjähriger Schonzeit
  • Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES), Anhang II
  • Berner Konvention, Anhang II

 

Verboten sind damit:

  • Fang und Tötung wildlebender Tiere
  • Nachstellungen v.a. während Fortpflanzungszeit

 

Ein Verstoß gegen artenschutzrechtliche Bestimmungen sind Vergehen, die nach §71 BNaSchG mit einem Strafmaß von bis zu 5 Jahren Freiheitsstrafe und einer Geldstrafe von bis zu 50.000€ geahndet werden können.

 

Die EU FFH-Richtlinie (Nr. 92/43/EWG) schreibt für viele bedrohte Arten das Erreichen eines „günstigen Erhaltungszustands“ vor, das heißt

  • Das langfristige Überleben der Population ist gesichert
  • Der Lebensraum der Art ist ausreichend groß

Beispiel: Die LCIE (Large Carnivore Initiative Europe) definiert dies als 1.000 fortpflanzungsfähige Individuen von Bär, Wolf und Luchs in einer zusammenhängenden, sich genetisch austauschenden Population.

Allerdings gibt es nach §45 BNatSchG eine sogenannte "Artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung", nach welcher eine Entnahme unter strenger Einzelfallprüfung möglich ist:

  • im Interesse der menschlichen Gesundheit/öffentlichen Sicherheit
  • zur Abwendung erheblicher land-, forst-, fischerei-, wasser- oder sonstiger erheblicher wirtschaftlicher Schäden

 

Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes im Mai 2019:

Ausreichend: ernsthafte Schäden […] (Voraussetzung: Mindestschutz)

Entnahme generell auch ohne eindeutige genetische Zuordnung zum Individuum möglich!