Weniger illegale Verfolgung von Luchsen in Bayern

Der Anstieg des Luchsbestands belegt, dass die intensivere Strafverfolgung im Freistaat Wirkung zeigt

Morgen findet der dritte Verhandlungstag im Berufungsprozess gegen einen Jäger aus Lohberg statt. Dieser wurde in erster Instanz vom Amtsgericht Cham im September 2019 wegen des Besitzes einer illegalen Waffe und dem vorsätzlichen Nachstellen von mindestens einem Luchs zu einer Geldstrafe verurteilt. Ganz gleich wie die Berufungsverhandlung ausgeht, gibt es bereits jetzt ein positives Ergebnis.

© Franziska Baur

Die aktuell vom Landesamt für Umwelt vorgelegten Luchsbestandszahlen zeigen eine positive Entwicklung, die mit hoher Wahrscheinlichkeit auf die geringere illegale Verfolgung und Tötung zurückzuführen ist.

Von den nachgewiesenen 60 selbstständigen Luchsen und 26 Jungtieren leben knapp 50 Luchse einschließlich 17 Jungtiere überwiegend in Bayern. Der Großteil der Luchspopulation ist grenzüberschreitend im Dreiländreieck Deutschland, Tschechien und Österreich.

Wie die Beobachtungen von LBV und GLUS im Rahmen des Gemeinschaftsprojekts „Tatort Natur“ zeigen, sind die Nachstellungen auf bayerische Luchse seit dem Beginn der umfangreichen Ermittlungen im vorliegenden Fall gesunken.

„Wer in Bayern ein geschütztes Wildtier vorsätzlich tötet, der muss damit rechnen, dass um sechs Uhr morgens die Polizei mit einem Durchsuchungsbefehl vor der Haustür steht"

© Manfred Waldhier

GLUS und LBV erwarten vom morgigen Verhandlungstag die Bestätigung des Urteils von Cham, das ein eindeutiges Signal aussendet und jedem zeigt, dass Naturschutzkriminalität kein Kavaliersdelikt ist, sondern eine ernste Straftat, die ernsthafte Konsequenzen hat. Wer in Bayern ein geschütztes Wildtier vorsätzlich tötet, der muss damit rechnen, dass um sechs Uhr morgens die Polizei mit einem Durchsuchungsbefehl vor der Haustür steht.

Bereits jetzt freuen wir uns, dass Polizei und Gericht keinen Aufwand gescheut haben, um Beweismittel zu sichern und eine Überführung des Täters zu erreichen.

Die gewissenhafte Arbeit der Behörden zeigt Wirkung und so sind die illegalen Nachstellungen von Luchsen seltener geworden. Das zeigen auch die vom Landesamt für Umwelt aktuell veröffentlichten Bestandszahlen für den Luchs.

Zum ersten Mal seit Jahren konnten eine leichte Zunahme und Ausbreitung des bayerischen Bestands nachgewiesen werden.

Zurück

Weitere Nachrichten

© Rosl Rößner

Erschreckende Bilanz: Geschützte Greifvögel in fünf Regierungsbezirken mit Carbofuran vergiftet

Nun haben LBV und Gregor Louisoder Umweltstiftung (GLUS) Gewissheit: in den Landkreisen Landsberg am Lech, Dillingen, Fürstenfeldbruck, Bad Kissingen, Schwandorf, Roth, Neustadt/Aisch-Bad Windsheim, Ansbach, Cham, Kitzingen, Rhön-Grabfeld, Main-Spessart und Weißenburg-Gunzenhausen haben Kriminelle Giftköder ausgelegt, um möglicherweise gezielt Greifvögel zu töten. Das ist das Ergebnis aktueller Untersuchungen am Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) und am Institut für Veterinärpharmakologie der LMU.

weiterlesen

© Markus Bosch

Zusammenarbeit zwischen Polizei und Artenschutz soll verstärkt werden

Anlässlich einer aktuellen zweitägigen Online-Fachtagung mit 70 Teilnehmer*innen aus dem In- und Ausland haben die Gregor Louisoder Umweltstiftung (GLUS) und der bayerische Naturschutzverband LBV im Rahmen ihres gemeinsamen Projektes „Tatort Natur“ den Report über Naturschutzkriminalität in Bayern 2019-2020 vorgestellt.

weiterlesen

© Franziska Baur

Online-Tagung Naturschutzkriminalität

Am 15. und 16. April 2021 veranstalten Gregor Louisoder Umweltstiftung und LBV die Online-Tagung Naturschutzkriminalität, zu welcher wir Sie herzlich einladen. Diese Fortbildungsveranstaltung dient als breitgefächerte Plattform für den Expertenaustausch und Wissenstransfer rund um das hochbrisante Thema „Naturschutzkriminalität“.

weiterlesen

Essenziell

Essenzielle Cookies sind für den Betrieb der Webseite unbedingt erforderlich und können daher nicht deaktiviert werden.

Cookie-Informationen

Statistiken

Statistik-Cookies erlauben das Erfassen anonymer Informationen darüber, wie Sie unsere Webseite nutzen. Sie helfen uns dabei, Ihr Nutzererlebnis und unsere Inhalte zu verbessern.

Cookie-Informationen

Externe Medien

Externe Medien-Cookies erlauben das Laden von Medieninhalten aus externen Quellen. Sie können auch während des Besuchs der Webseite aktiviert werden, wenn Sie auf blockierte Medieninhalte stoßen.

Cookie-Informationen