Luchsprozess: Zwischenbilanz des ersten Verhandlungstages

Am Landgericht Regensburg findet heute die Berufungsverhandlung gegen einen Jäger aus Lohberg statt. Dieser wurde von der Staatsanwaltschaft in 1. Instanz für schuldig befunden. Projekt Tatort Natur begleitet Verhandlung intensiv und wird Erkenntnisse in der weiteren Arbeit gegen Naturschutzkriminalität nutzen.

© Wolfgang Lorenz
Der Luchsprozess in Regensburg wird erneut aufgerollt.

Am Landgericht Regensburg findet heute die Berufungsverhandlung gegen einen Jäger aus Lohberg statt. Dieser wurde von der Staatsanwaltschaft wegen Besitz illegaler Waffen und dem vorsätzlichen Nachstellen von mindestens einem Luchs angeklagt und in 1. Instanz für schuldig befunden (wegen einer illegalen Waffe und dem vorsätzlichen Nachstellen einer streng geschützten Tierart).

Staatsanwaltschaft und der Angeklagte legten Berufung vor dem Landgericht Regensburg ein, wo heute eine Berufungskammer aus einem Berufsrichter und zwei Schöffen verhandelt. Sie wird von Gregor Louisoder Umweltstiftung und Landesbund für Vogelschutz (LBV) intensiv begleitet, leitende Vertreter beider Organisationen sind im Gerichtsaal und verfolgen die Verhandlung.

 

Dazu Dr. Norbert Schäffer, Vorsitzender Landesbund für Vogelschutz e.V. (LBV):

„Die illegale Tötung hochbedrohtrr Arten, wie Luchs oder Uhu, ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine verachtenswerte und schändliche Straftat, mit der wir uns niemals abfinden werden. Der heutige Prozess zeigt, dass auch Polizei und Staatsanwaltschaft mögliche Straftaten auf diesem Gebiet sehr ernst nehmen“.

 

Dazu Claus Obermeier, Vorstand Gregor Louisoder Umweltstiftung:

„Wir sind beeindruckt von der professionellen und engagierten Arbeit von Polizei und Staatsanwaltschaft bei der Aufklärung der Verbrechen an Bayerns Naturerbe, die mit der Tötung von Luchsen im Bayerischen Wald immer wieder begangen wurden. Im vorliegenden Fall wurden die Ermittlungen mit aufwändigen forensischen und ballistischen Gutachten vorangetrieben. Wir werden die Erkenntnisse aus dem laufenden Prozess in die weitere Arbeit im Projekt Tatort Natur einspeisen“.

 

Mit einem Urteil ist nach Abschluss der Zeugen- und Sachverständigenanhörung am 19.2. zu rechnen.

 

Gemeinsames Projekt: „Naturschutzkriminalität dokumentieren und stoppen!“

Ein Großteil der Fälle von Naturschutzkriminalität bleibt ungeklärt und für die Täter folgenlos, was sich dringend ändern muss. LBV und GLUS starten deshalb 2019 das gemeinsame Projekt „Naturschutzkriminalität dokumentieren und stoppen!“.

In einer bayernweiten Datenbank sollen alle (Verdachts-)Fälle von Naturschutzkriminalität gespeichert werden. Als erste Anlaufstelle für betroffene Behörden und die Öffentlichkeit soll die Datenbank fachliche Unterstützung bieten und als Melde- und Informationsplattform dienen. Mit ihrer Hilfe soll außerdem die langfristige Weiterverfolgung einzelner Fälle sichergestellt werden. Mit dem Projekt soll auch die Öffentlichkeitsarbeit verstärkt und Fortbildungsangebote bereitgestellt werden. Projektleiter und Ansprechpartner sind die Biologen Franziska Baur (GLUS) und Dr. Andreas von Lindeiner (LBV).

Weitere Informationen:

Mehr Infos zum Thema „Naturschutzkriminalität“ und eine Checkliste zum richtigen Verhalten bei einem Totfund mit Verdacht auf illegale Tötung können kostenlos unter angefordert oder unter HIER heruntergeladen werden.

Fälle oder Verdachtsfälle von Naturschutzkriminalität können ab sofort HIER gemeldet werden.

Zurück

Weitere Nachrichten

© Wolfgang Lorenz

Luchsprozess: Zwischenbilanz des ersten Verhandlungstages

Am Landgericht Regensburg findet heute die Berufungsverhandlung gegen einen Jäger aus Lohberg statt. Dieser wurde von der Staatsanwaltschaft in 1. Instanz für schuldig befunden. Projekt Tatort Natur begleitet die Verhandlung intensiv und wird die Erkenntnisse in der weiteren Arbeit gegen Naturschutzkriminalität nutzen.

weiterlesen

© Ralph Sturm

Nach versuchter Tötung: Luchs verhungert

Wie das Polizeipräsidium Niederbayern heute mitteilte, ist ein im Juli bei Oberbreitenau (Lkr. Regen) gefundener toter Jungluchs deshalb verhungert, weil ihm zuvor illegal nachgestellt wurde. Eingehende forensische Untersuchungen haben ergeben, dass das Luchsweibchen im Herbst 2018 so stark verletzt wurde, dass sich das Tier anschließend nicht mehr selbst mit ausreichend Nahrung versorgen konnte und in der Folge verstarb.

weiterlesen

© Ralph Sturm

Präzedenzfall für künftigen Umgang mit illegalen Tötungen geschützter Wildtiere

Zusammen mit der Gregor Louisoder Umweltstiftung gratulieren Staatsanwaltschaft und Polizei zum erfolgreichen Ergebnis mit gerechtem Urteil am Amtsgericht Cham nach den aufwendigsten Ermittlungen in der Bayerischen Geschichte bzgl. Verfolgung illegaler Tötungen geschützter Wildtiere. Wir freuen uns über dieses erste, signalgebende Urteil in Sachen Artenschutzrecht in Bayern.

weiterlesen